ADHS-Elterntipps


Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieser Seite ersetzen nicht den fachlichen Rat eines Arztes oder Therapeuten!


Elterntipp #1

Nicht beirren lassen!

Eltern von Kindern mit ADHS/ADS merken sehr früh und mit sicherem Instinkt, dass ihr Kind „anders“ ist. Lassen Sie sich von den wohlgemeinten Beruhigungen Ihrer Freunde und Verwandten nicht beirren („Das wächst sich aus!“ „Das ist doch nur ein etwas lebhaftes Kind!“ „Die ist schon okay!“). Leider nehmen auch immer noch viele Kinderärzte Elternsorgen nicht ernst. Suchen Sie fachlichen Rat bzw. wechseln Sie den Arzt, wenn Sie ein ungutes Gefühl haben!


Elterntipp #2

Selbst betroffen?

Das Phänomen, dass es Eltern angesichts ihrer eigenen (Kindheits-/Schul-)Geschichte wie Schuppen von den Augen fällt, wenn sie mit der Diagnose AD(H)S bei ihren Kindern konfrontiert werden, ist uns
in der Selbsthilfegruppe immer wieder begegnet. Die Erkenntnis, selbst vielleicht eine (unbehandelte) AD(H)S zu haben, muss nicht nur Bitterkeit auslösen, sondern kann Erleichterung zur Folge haben – und den überfälligen Anstoß geben, sichselbst helfen zu lassen.


Elterntipp #3

Der Sog der bewegten Bilder

Kinder und Jugendliche mit AD(H)S sind für die schnellen Bildabfolgen im Fernsehen und für Computerspiele besonders empfänglich. Diese (passive) „Beschäftigung“ scheint ihrer Reizoffenheit entgegenzukommen, sie sind gebannt, konzentriert, ruhig. Die Eltern sind vielleicht erleichtert, dass ihr Kind mal „runterkommt“ und sie sich anderweitig beschäftigen können. Eine fatale Wirkung: Studien haben ergeben, dass TV und Computerspiele Symptome von AD(H)S verstärken, nicht abschwächen. Die negative Wirkung zeigt sich natürlich erst, wenn die Glotze aus ist. Also: Fernseh- und Computerzeit unbedingt begrenzen!


Elterntipp #4

Buch führen

Eltern von „AD(H)S-Kindern“ haben Organizer, Kladden und Ordner, die dicker als die eines Wirtschaftsmanagers sind. Manchmal sehen auch die Schulmitteilungshefte der Kinder selbst so aus. Welche Bausteine auch immer die Therapie ihres Kindes beinhaltet, eines ist sicher: Die Eltern bzw. die Sorgeberechtigten sind die Koordinatoren; bei ihnen laufen alle Fäden zusammen. Das kann eine große Bürde sein und am Anfang überwältigen. Da hilft Buchführen sehr! Erfahrungsgemäß kann man nämlich das Gespräch mit der Ergotherapeutin bei der anstehenden Lehrer-Eltern-Besprechung besser wiedergeben, wenn man es mitgeschrieben hat. Und lieber einen Abschlussbericht vom Arzt mehr abheften, als nachher fehlenden Unterlagen bei der Schulanmeldung hinterhertelefonieren zu müssen. Viele Eltern haben so die ganze Lebens-/Leidensgeschichte ihres Kindes zwischen zwei Heftdeckeln verdichtet.


Eltern-Tipp #5

Im Zweifel gesund

Manchmal ist es schwer zu sondieren, welchen „Experten-Rat“ besorgte Eltern neben dem mit dem (Fach-)Arzt festgelegten Therapieplan noch befolgen sollen. Unser Tipp: Legen Sie die gute Basis. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich austoben kann und sich viel bewegt. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und wenig Fernsehen oder Computerzeit. Bieten Sie ihrem „Hypie“ oder „Träumerli“ eine ausgewogene Ernährung (so natürlich wie möglich, ohne zu viele Fettmacher wie Chips oder Süßigkeiten). Infos und Tipps dazu gibt es unter anderem bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unter www.dge.de. Von alledem profitieren auch nicht betroffene Kinder, unseren kann es als gesunde Basis für jede Therapie nicht schaden!


Entnommen aus unserem Elternratgeber "Handeln, nicht verzweifeln. Ein AD(H)S-Führer für Köln". Copyright liegt bei den Autorinnen. Wird fortgesetzt!